Am morgigen Donnerstag, dem 20. Juni, geben wir eine Präsenz-Einführung in die Nutzung von Google Hangouts. Dort zeigen wir, welche Möglichkeiten derzeit bestehen, per Videokonferenz-Technologie sich das Leben und damit die Bildung an den Schreibtisch oder auf das Sofa zu holen.
Nach dem Workshop solltet Ihr einen Eindruck haben, wie wir das selbst bei ununi.TV handhaben und wie Ihr einsteigen könnt. Und wenn die Leitungen es zulassen, streamen wir um 18h aus dem Supermarkt live auf das ununi.TV-Portal. (Dort dürfen morgen aber nur Nicht-Berliner/innen zuschauen - die anderen möchten wir per Handschlag vor Ort begrüssen ;-)
Das alles kostenfrei im Co-Working-Space Supermarkt in der Brunnenstrasse. Als Zeitrahmen haben wir uns 17-19h gesetzt. Kommt einfach vorbei. Schaut es Euch an. Macht mit!
Und hier nochmals die Eckdaten
Wann?
Donnerstag, 20.06.2013, 17h-19h
Wo?
SUPERMARKT, Brunnenstrasse 22, 13355 Berlin
Wer?
Anwesend sind Anja C. Wagner & Robert Fritz Seibel von ununi.TV
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Mittwoch, 19. Juni 2013
Montag, 15. April 2013
FAQs zu #rp4U
Wer kann teilnehmen?
#rp4U ist die Online-Event-Reihe auf dem neuen ununi.tv vor der re:publica 2013, an der sich alle (!) abgelehnten (!) Republica-Session-Vorschläge aktiv als Session-Initiator/innen und alle anderen als Zuschauer/innen beteiligen können. Gemeinsam mit Bianca Gade soll zusätzlich über eine Blogparade ein eBook zu diesen Sessions entstehen.
Wie kann man teilnehmen?
Zunächst einfach Kontakt aufnehmen zu uns. Am besten gleich über die G+ Community. Dort kann man den Session-Vorschlag eintragen.
Wer wählt die Sessions aus?
Es existiert keine ununi.tv-Jury. Insofern wählt niemand aus, außer den Zuschauer/innen, die sich die Session live oder archiviert anschauen - oder auch nicht.
Wie sollen die Online-Sessions ausschauen?
Wir haben einige Formatvorschläge gemacht, wie man das spezifische Moment einer Live-Session in G+ Hangouts optimal für sich nutzen kann. Grundsätzlich bleibt es jedem selbst vorbehalten, wie die Session ausschaut. Wir empfehlen hingegen kompakte, maximal halbstündige Formate.
Was tun, wenn man noch nie mit G+ Hangout gearbeitet hat?
Auch dazu haben wir einen Blogpost geschrieben. Am besten probiert ihr es zunächst alleine oder mit einer vertrauten Person - die Technologie ist selbsterklärend. Anschließend plant ihr eure Session. Nicht zu kompliziert, sondern möglichst "straight" - mit 1-2 Überraschungseinheiten. Wir bewegen uns hier im experimentellen Raum. Und Experimente können sehr positiv oder auch weniger positiv verlaufen. Das macht aber nichts. Die Erfahrung ist für uns alle wichtig!
Müssen alle Sessions live abgehalten werden?
Nein, müssen sie nicht unbedingt - auch wenn es schön wäre. Wer den Live-Moment des Publikums fürchtet oder einfach nur nicht wünscht, kann die Session auch inkognito aufzeichnen und in der Woche vor der re:publica über ununi.tv veröffentlichen. Dann muss man aber einen Nachweis zur Aktualität führen - wie auch immer.
Stellen wir geübtere Moderator/innen zur technischen Gewährleistung zur Verfügung?
Ja, für einige Live-Sessions können wir Mods zur Verfügung stellen. Wer Interesse hat, einzelne Sessions technisch zu begleiten, also einfach der inhaltlichen Moderation den Rücken frei zu halten, der kann sich über die G+ Community melden. Wir werden einige kurze Leitlinien entwickeln, wie man solche Sessions begleitet.
Müssen alle Sessions archiviert werden?
Nein, müssen sie nicht. Wir lassen Euch nicht ins offene Messer rennen. Wenn Ihr es nicht wünscht, wird die Session nicht auf Youtube dauerhaft gespeichert. Aber ihr solltet dann wenigstens eine Kurz-Zusammenfassung aufzeichnen und diese bei ununi.tv verlinken, so dass hier alle, die deine Session live verpassten, sich ein Bild des Themas machen können. 1 Minute reicht völlig.
Dürfen die Live-Sessions nachträglich bearbeitet werden?
Ja, theoretisch schon. Aber dazu braucht es eines Zugriffs auf den Youtube-Kanal, über den der Hangout live ging. Unsere gestellten Mods arbeiten kollektiv über den ununi.tv-Kanal. Insofern stehen die hier eingestellten Sessions nicht in Eurem Zugriff. Und den Mods möchten wir dies nicht auch noch zumuten. Grundsätzlich ist zu empfehlen: Die Live-Session bereits so zu konzipieren, dass sie nach Beendigung einfach unbearbeitet ins Archiv auf Youtube eingestellt werden kann. Das ist für alle Beteiligten am einfachsten.
Sind noch Fragen offen?
Bitte in den Kommentaren sammeln.
Mittwoch, 3. April 2013
Unsere Empfehlung zur Sessionplanung für #rp4U
Hier eine Empfehlung, wie Ihr Eure #rp4U-Hangout-Session planen könntet - sofern Ihr überlegt, Euren abgelehnten #rp13-Vorschlag in unserer vorgelagerten Eventreihe vorzustellen.
Session planen
- Bereits Erfahrung mit G+ Hangouts?
- Ja: Weiter mit 2.
- Nein: Eigenen Testlauf durchführen (zunächst ohne Gesprächspartner/innen)
- In G+ anmelden
- Hangout starten (irgendwo rechts findet man den Button)
- Alle Systemeinstellungen prüfen (im Hangout-Fenster oben rechts)
- Verschiedene Varianten durchspielen (links mit den zuschaltbaren Apps spielen)
- ggf. Test-Partner/innen suchen und nochmals spielen (z.B. in ununitv-G+ Community)
- Für ein Session-Format entscheiden (siehe z.B. unsere Format-Empfehlungen)
- ggf. mögliche Gesprächspartner/innen anfragen und in die Planung einbeziehen
- Spannungsbogen für ca. 15 Minuten planen
- Ablauf skizzieren / notieren und später ausdrucken (!)
- Rollen zuweisen
- Wer ist inhaltliche/r Moderator/in?
- Wer übernimmt die technische und externe Moderation für die Integration der Crowd in den sozialen Medien? (Wer wünscht eine ununi.tv-Moderation?)
- In welchem Youtube-Channel soll die Session archiviert werden? (Das Video wird in dem Kanal von dem User erscheinen, die/der den Hangout startete.)
- Termin mit #rp4U-Gesamtpaket abstimmen (Details folgen)
Dienstag, 26. März 2013
Format-Empfehlungen zu #rp4U
Vielleicht habt Ihr bereits den Blogpost von Chili con Charme zu unserer Kooperation mit Blick auf die pre:publica gelesen? Und den Kommentar von Open Innovation? Und die Ausführungen von ikosom?
In letzterem Blog wurde die Diskussion in den Kommentaren etwas heftiger geführt. Von daher möchten wir uns seitens The new ununi.tv kurz positionieren: Wie wir bereits im Eingangs-Blogpost zu #rp4u mitteilten, sehen wir uns nicht als Konkurrenzangebot zur re:publica, sondern als Ergänzung. Dort draussen existieren >400 Session-Vorschläge, die nicht ins offizielle Programm von #rp13 aufgenommen wurden. Wir ahnen, es liegen dort so manche inhaltliche Schätze verborgen.
Was ununi.tv grundsätzlich von einer kuratierten Konferenz unterscheidet, ist die Bedienung des Long Tails, den solch eine Plattform ermöglicht. Wie bei Amazons Büchern gehen wir davon aus, dass für jeden Inhalt eine Zielgruppe existiert - wie klein auch immer sich diese konfiguriert. Über die Qualität des Contents entscheidet letztlich diese adressierte Zielgruppe, und nicht irgendwer sonst. Insofern gehen wir auch später den Weg einer längerfristigen Qualitätsentwicklung über Format-Empfehlungen, Qualifizierungen und Vernetzungen, keine kurzfristige inhaltliche Qualitätskontrolle.
Welche Möglichkeiten bestehen, die eigene, geplante RP13-Session über ununi.tv zu veröffentlichen?
Zunächst einmal sollte man die Session in unserer G+ Community als Sessionvorschlag eintragen. (Wie mehrfach betont: In der #rp4u-Eventreihe sollen lediglich die Absagen zu Gehör kommen!) Dann kann sich grundsätzlich jede/r selbst überlegen, wie er/sie das ursprünglich in Präsenz geplante Unterfangen in eine Hangout-Session überführen möchte. Es soll durchaus auch Platz für experimentelle Versuche geben, das Potenzial von Google Hangouts zu bespielen. Wer also einen 4-Stunden-Workshop plante, kann versuchen, diesen virtuell nachzustellen. Um die Zuschauer/innen an die Bildschirme zu fesseln, wird man sich einen guten Spannungsbogen überlegen müssen - es wird aber sicherlich schwierig, hier für kontinuierliche Begeisterung zu sorgen ;-)
Wir würden entsprechend empfehlen, die Besonderheiten einer Videokonferenz zu respektieren und sich zu überlegen, wie man das geplante Format transformiert. Unsere Formatvorschläge für die #rp4U-Eventreihe orientieren sich entsprechend am Live-Format mit der Möglichkeit zur Interaktion mit dem Publikum. Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne ist deutlich kürzer als in Präsenzeinheiten. Als grobe Orientierung für die Zeitdauer können z.B. TED-Talks dienen. Sie sind nicht zuletzt aufgrund ihrer kompakten Präsentation eine beliebte Inspirationsquelle.
Von daher empfehlen wir eine maximale Länge von 15 Minuten für den Session-Input. Im Gegensatz zu rein archivierten Sessions versuchen wir den Mehrwert über die Live-Partizipation der vernetzten “Crowd” herzustellen. Im Ergebnis geht es jeweils darum, mit den Sessions eine Diskussion anzustossen, nicht sie zu beenden. Idealer Weise wird eine herausfordernde, spassvolle oder provokante Fragestellung aufgeworfen, die fortan in den Netzen diskutiert werden kann.
Um es kurz zu fassen:
Kopiert bitte nicht einfach Eure für RP13 geplante Session-Durchführung, sondern passt diese idealer Weise an die Erfordernisse des Netzes an!
UNSERE EMPFEHLUNGEN
A. Demo/Thesen-Präsentation/Vortrag/Einzelsession
Ziel ist nicht primär die Präsentation von Knowhow, sondern eher die Vorstellung einer eigenen Idee, eines Konzepts oder eines Prototypen, um das Feedback der Crowd einzufangen.
- Thema (auf Bedürfnisse der Zielgruppe zuschneidern)
- Spannungsbogen auf max. 15 Minuten auslegen (Aufbau These, Begründung, Schlussfolgerungen) -> siehe TED
- Interaktion vorsehen (was ist der Mehrwert eines Live-Vortrages zu einer Archiv-Aufnahme?)
- Provokante Frage für Diskussion
- Laufende (Verständnis-)Fragen durch Moderation aufgreifen und einbringen
- Nach max. 30 Minuten ist Schluss - Diskussion und restliche Fragen werden asynchron absolviert
B. Interview/Dialog/Zweiersession
Ziel wäre hier, z.B. das Knowhow einer anderen Person für das eigene Interessensfeld urbar zu machen. Das Live-Publikum unterstützt einen, gute Fragen zu stellen.
- Thema ( s.o.)
- Spannungsbogen (klarer Plan oder Spontanität?)
- hier steht der Interviewpartner im Vordergrund - Fragen steuern das Gespräch
- Kurz, munter, prägnant, abwechslungsreich
- 15 Minuten
- Ergänzende Fragen an Interviewpartner durch Moderation
- Nach max. 30 Min. ist Schluss
- Inhaltliche Diskussion über Kommentare
C. Panel/Kaminrunde/Mehrpersonen-Session
Ziel könnte eine vielseitige Sicht auf eine bestimmte Fragestellung sein. Heterogene Menschen bringen ihre Sichtweise ein. Auch die Crowd kann punktuell ergänzen.
- wie oben
- Moderator steuert die Runde
- Alle Beteiligten geben jeweils ihr Kurz-Statement ab
- kurzer Schlagabtausch (jeder darf max. 1 Minute reden)
- Gratwanderung zwischen Rollenspiel und spontanem Gespräch
- Crowd stellvertretend über 1 weitere/n Moderator/in in Panel zu Wort kommen lassen
- Inhaltliche Diskussion über Kommentare
Klingt vielleicht jetzt komplexer als es ist. Wir werden Euch im Laufe der nächsten Zeit immer wieder mit unseren Erfahrungen konfrontieren. Und Euch soweit wie möglich unterstützen, sofern Ihr das wünscht. Weitere Formate sind - wie gesagt - denkbar und gewünscht. Später zählt die kreative, interaktive Format-Entwicklung zum Kern des zukünftigen ununi.tv-Betriebes.
Hier nochmals die wichtigsten Infos in kompakter Form:
Hier nochmals die wichtigsten Infos in kompakter Form:
- pre:publica in der Woche vor #RP13
- Session anmelden: G+ Community
- The new ununi.tv
- Hashtag: #rp4U
Mittwoch, 11. Juli 2012
Black Box Deutschland & Österreich
Das Netz als umfassender, komplexer Lernort ist zwischenzeitlich als solcher weitgehend anerkannt. Jetzt haben wir es in Deutschland und Österreich mit einer kuriosen Situation zu tun. Wir sind nämlich vom Rest der Netz-Welt bildungstechnisch im wahrsten Sinne abgetrennt. Warum, beschreiben wir jetzt. Wir haben das eben mit dem ununitv-Team getestet, weil wir das Ergebnis bereits vermuteten.
Fabian startete aus den USA einen Google Hangout on air. Wolfgang gesellte sich aus Österreich hinzu.
In einen Hangout passen bekanntlich 10 aktive Teilnehmer/innen. Weitere lassen sich dann über die "on air"-Funktion über YouTube zum Livestream einladen. Wolfgang selbst konnte den von Fabian aktivierten Livestream auf Youtube sehen. Ich (Anja), in Deutschland sitzend, folgte dem Link und sah das vertraute Bild:
Allerdings könnte ich mir jetzt die Aufzeichnung auf Youtube anschauen, wenn das Hangout denn archiviert wurde (was wir nicht getan haben).
Um das Szenario zu Ende zu testen, gelang es mir schließlich, über den Safari-Browser in das Hangout selbst einzusteigen (hierzu liegt mir kein Screenshot vor) und ganz normal dort zu kollaborieren.
Fassen wir zusammen
Fazit für die "Bildungsrepubliken" Deutschland und Österreich
Während alle Welt sich weltweit über Google Hangouts on air LIVE und kostenfrei miteinander austauschen und kollaborativ miteinander arbeiten kann, gucken deutsche ZuschauerInnen in die Röhre und können sich schließlich das fertige Produkt asynchron anschauen. Also werden wir in die klassische Konsument/innen-Rolle gedrückt. In Österreich ist die Situation nicht ganz so verschärft: Dort darf man wenigstens aktiv an den Live-Diskussionen teilhaben, wenn jemand anderes das Angebot unterbreitet. Ein aktiver Bildungsdiskurs sähe meines Erachtens für alle Beteiligten anders aus. (Im Übrigen befinden wir uns in guter Gesellschaft: Auch China, Iran, Syrien gestatten keinen weltweiten Austausch, alle anderen schon - siehe hier.)
Fazit für ununi.tv
Wir haben zwar mit ununi.tv eine allseits hochgelobte, liquide Plattform aufgezogen, in der alle thematisch Interessierten problemlos sich miteinander austauschen und weiterbilden könnten. Aber alte gesetzliche Regelungen grätschen uns aus (der Rundfunkstaatsvertrag erlaubt keine Angebote, mit denen zeitgleich mehr als 500 Personen potentiell erreicht werden könnten - dafür braucht es eine Sendelizenz). Wenn wir also ein qualifiziertes Hangout mal einfach schnell streamen und/oder aufzeichnen möchten, funktioniert dies nicht, weil offenbar Google das für Deutschland und Österreich gesetzestreu unterbunden hat. So wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis ein mit ununi.tv identisches Angebot in einem anderen Land gestartet wird und sich über diese Plattform dann alle Menschen global austauschen können (außer den Österreichern und den Deutschen). Wie toll!
Btw: Es existiert bereits eine ununitv-Kopie in San Francisco, die unser Konzept aufgegriffen hat - allerdings noch in das klassische Top-Down-Lehrenden-Lernenden-Korsett geschnürt (mehr Werbung mache ich hier nicht dafür). Unser basisdemokratische Konzept ist bislang noch einmalig ...
Btw2: Machen wir uns eigentlich strafbar, wenn wir über ununi.tv eine Lehreinheit durchführen, wie man sich per VPN über ein anderes Land ins Internet einwählt, um an dem globalen Wissensaustausch partizipieren zu können?
Fabian startete aus den USA einen Google Hangout on air. Wolfgang gesellte sich aus Österreich hinzu.
In einen Hangout passen bekanntlich 10 aktive Teilnehmer/innen. Weitere lassen sich dann über die "on air"-Funktion über YouTube zum Livestream einladen. Wolfgang selbst konnte den von Fabian aktivierten Livestream auf Youtube sehen. Ich (Anja), in Deutschland sitzend, folgte dem Link und sah das vertraute Bild:
Allerdings könnte ich mir jetzt die Aufzeichnung auf Youtube anschauen, wenn das Hangout denn archiviert wurde (was wir nicht getan haben).
Um das Szenario zu Ende zu testen, gelang es mir schließlich, über den Safari-Browser in das Hangout selbst einzusteigen (hierzu liegt mir kein Screenshot vor) und ganz normal dort zu kollaborieren.
Fassen wir zusammen
- Hangouts lassen sich von allen Menschen problemlos anlegen und mit bis zu 10 Personen kollaborativ nutzen.
- Das Livestreaming der Hangouts mit der von Google bereit gestellten on air-Technologie funktioniert in allen Ländern weltweit, außer wenn man den Livestream aus Deutschland oder Österreich starten möchte. Die on air-Funktionalität ist hier gesperrt.
- Wenn "On air" aus einem anderen Land aktiviert wurde, können weiterhin alle Menschen an den Hangouts aktiv teilnehmen und sich über diesen Weg in alle Welt live streamen lassen.
- Als passive/r Zuschauer/in können Menschen in Österreich den Livestream auf Youtube verfolgen, der in anderen Ländern gestartet wurde - in Deutschland funktioniert auch diese Option nicht!
- Die archivierte on air-Aufzeichnung lässt sich wieder aus allen Ländern anschauen - selbst aus Deutschland.
Fazit für die "Bildungsrepubliken" Deutschland und Österreich
Während alle Welt sich weltweit über Google Hangouts on air LIVE und kostenfrei miteinander austauschen und kollaborativ miteinander arbeiten kann, gucken deutsche ZuschauerInnen in die Röhre und können sich schließlich das fertige Produkt asynchron anschauen. Also werden wir in die klassische Konsument/innen-Rolle gedrückt. In Österreich ist die Situation nicht ganz so verschärft: Dort darf man wenigstens aktiv an den Live-Diskussionen teilhaben, wenn jemand anderes das Angebot unterbreitet. Ein aktiver Bildungsdiskurs sähe meines Erachtens für alle Beteiligten anders aus. (Im Übrigen befinden wir uns in guter Gesellschaft: Auch China, Iran, Syrien gestatten keinen weltweiten Austausch, alle anderen schon - siehe hier.)
Fazit für ununi.tv
Wir haben zwar mit ununi.tv eine allseits hochgelobte, liquide Plattform aufgezogen, in der alle thematisch Interessierten problemlos sich miteinander austauschen und weiterbilden könnten. Aber alte gesetzliche Regelungen grätschen uns aus (der Rundfunkstaatsvertrag erlaubt keine Angebote, mit denen zeitgleich mehr als 500 Personen potentiell erreicht werden könnten - dafür braucht es eine Sendelizenz). Wenn wir also ein qualifiziertes Hangout mal einfach schnell streamen und/oder aufzeichnen möchten, funktioniert dies nicht, weil offenbar Google das für Deutschland und Österreich gesetzestreu unterbunden hat. So wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis ein mit ununi.tv identisches Angebot in einem anderen Land gestartet wird und sich über diese Plattform dann alle Menschen global austauschen können (außer den Österreichern und den Deutschen). Wie toll!
Btw: Es existiert bereits eine ununitv-Kopie in San Francisco, die unser Konzept aufgegriffen hat - allerdings noch in das klassische Top-Down-Lehrenden-Lernenden-Korsett geschnürt (mehr Werbung mache ich hier nicht dafür). Unser basisdemokratische Konzept ist bislang noch einmalig ...
Btw2: Machen wir uns eigentlich strafbar, wenn wir über ununi.tv eine Lehreinheit durchführen, wie man sich per VPN über ein anderes Land ins Internet einwählt, um an dem globalen Wissensaustausch partizipieren zu können?
Dienstag, 20. Dezember 2011
Neue Sessions anlegen & Hangout-Netiquette
Vor 2 Wochen starteten wir mit ununi.tv und alle bisherigen gestreamten bzw. aufgezeichneten Sessions sammeln sich im Archiv. Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf und den sich daraus ergebenden Gesprächen. Unsere To-Do-Liste wächst und wir haben beschlossen, die Plattform im nächsten Jahr weiterzuentwickeln. Parallel können weiterhin neue Sessions auf ununi.tv auch ohne Absprache mit uns angelegt werden. Sollte im 1. Schritt lediglich eine Idee vorhanden sein, empfehlen wir, die Session ohne Datum und Uhrzeit zu erstellen und dann abzuwarten, ob sich weitere Interessierte für das Thema finden. Gerne stehen wir mit Rat und Tat zur Seite - an Kommunikationskanälen sollte es nicht mangeln.
Da wir alle noch nicht sooo viele Erfahrungen mit G+ Hangouts sammeln konnten, haben wir eine erste Sammlung an Verhaltensregeln erstellt, an die sich alle Beteiligten halten sollten, damit die Sessions mit Spass durchgeführt werden können. Sollte eine Empfehlung fehlen, bitte dies einfach an uns kommunizieren. Wir fügen diese dann hinzu.
Hangout-Netiquette für Alle
- 15 Minuten vor offiziellem Start bitte eintreffen und die Technik checken - alle!
- Bei vorbereiteten Google-Dokumenten die Freigabe für die gewünschten Personen vorher prüfen.
- Es sollte möglichst nur 1 Person sprechen.
- Alle anderen sollten ihr Mikrofon ausschalten.
- Über die Webcam kann sich jedeR stillschweigend zum Wortbeitrag melden - die/der inhaltliche ModeratorIn (IMO) registriert das.
- IMO erteilt das Wort - erst dann soll die/der SprecherIn das Mikrofon einschalten.
- Die Social Media Moderation (SMM) ist die Schnittstelle zum Netz - es sollten alle darauf achten, dass die “Crowd” in den Social Media Kanälen zu Wort kommen kann.
- Die technische Moderation (TEM) wacht über die Hangout-Qualität und schaltet TeilnehmerInnen ggf. stumm. Die Stummschaltung kann durch Klick auf das Mikrofon wieder aufgehoben werden.
- Textuelle Ergänzungen sind möglichst über Twitter oder G+ zu kommunizieren - darauf achten, dass die Chatbeiträge im Hangout auf ein minimales Maß reduziert werden, da diese jeweils einen Ton porduzieren und dies beim Livestream oder in der Aufzeichnung störend ist.
- Bitte alle darauf hinwirken, dass der geplante Zeitrahmen eingehalten wird - bei grossem Gesprächsbedarf bitte ggf. eine neue Session anlegen.
- Das verabredete Format nicht sprengen - auf Gelaber verzichten.
- Eigene Beitraege kurz halten, keine Monologe, wenn nicht explizit gewuenscht.
- Konstruktiv sein.
- Keine billige Werbung.
Freitag, 18. November 2011
Was ist ein Unort?
deutsch: Unort - english: non-place
"(…) Denn als der größte, unser alltägliches Leben bestimmende ›Unort‹ ist wohl das World Wide Web zu begreifen. Wo befindet sich ein User, der durchs Netz surft? Er befindet sich körperlich auf seinem Schreibtischstuhl, aktiviert Prozesse am eigenen Rechner, springt von lokalisierbarem zu lokalisierbarem Host; doch im Endeffekt treffen all diese partiellen ›Verortungen‹ nicht seine wirkliche Position. Die Handlungen des Users sind nachvollziehbar, ebenso wie die der beteiligten Rechner; sie konstituieren jedoch einen ›Raum‹, der sich von einer örtlichen Fixierung absetzt und sich eben dadurch als rhizomartiger ›Unort‹ etablieren kann."
(IN: Matthias Däumer, Annette Gerok-Reiter, Friedemann Kreuder (Hg.): Unorte. Spielarten einer verlorenen Verrottung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven, 2010)
In diesem Sinne lokalisiert sich ununi.tv als "Unort". Im Gegensatz zu "klassischen" Unkonferenzen, die eine spezifische Verortung aufsuchen, um sich im physikalischen Raum körperlich zu treffen, transferieren wir “unsere” Unkonferenz ins Netz.
Im eVideo-Projekt haben wir über viele Jahre die verschiedenen Entwicklungen im massentauglichen Videokonferenz-Markt aktiv mitverfolgt und in unser Bildungskonzept zu integrieren versucht. Die Technologien sind zwischenzeitlich recht brauchbar, aber weiterhin sehr teuer und somit für kleinere Projekte kaum nutzbar. Mit den sich abzeichnenden Entwicklungen der Google+ Hangouts realisiert sich erstmals eine gebrauchstaugliche Nutzung von Videokonferenzen mit wirklich demokratisierender Wirkung. Ohne technischen Sachverstand kann fortan jede Person kostenfreie Online-Sessions einberufen und sich mit persönlich interessanten Menschen weltweit austauschen (gut, im Gegenzug schenkt sie ihre Daten dem Moloch …).
Das könnte in unseren Augen von nahezu revolutionärer Bedeutung für den Bildungsmarkt sein - sofern das Angebot dauerhaft kostenfrei bleibt. Es lassen sich theoretisch globale Mentoringprogramme starten, die unabhängig sind von kontrollierten Fördertöpfen (o.ä.). Wir müssen dazu "nur" Leute miteinander verbinden, die sich wechselseitig zu persönlich interessanten Themen finden und qualitativ austauschen können. Hier möchten wir einen Beitrag leisten, indem wir dem “Unort” Internet seine netzspezifische Flexibilität zurückgeben und zusätzliche Hilfestellungen anbieten. Wir gründen also keine verortbare Community mit einem kontrollierten Programm, sondern breiten eine Infrastruktur aus, die von thematisch interessierten Personen ausgestaltet wird.
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